Geschichte Hofgut Küche

Das fürstliche Jagdhaus "Wildhütten"

Forst-Carte um 1733
Aus einem im Jahre 1748 aufgefundenem Auszug über die für das Schloss zu Burladingen und andere fürstliche Gebäude verwendeten Baukosten ist ersichtlich, dass schon Fürst Friedrich Wilhelm (1671 bis 1730) bei der jetzigen „Küche" für sich und seine notwendigen Diener ein ganz einfaches Gebäude erstellte, um sich zur Hirschbrunft und anderen Jagdzeiten dort aufhalten zu können, zumal der Burladinger Forst auf der von Burladingen dahinführenden Steig namentlich im Winter ohne große Anstrengung nicht zu erreichen war.
Schon nach wenigen Jahrzehnten kamen die Gebäude, die sich auch bald als zu klein und unbequem erwiesen, in Zerfall.
So ließ der folgende Fürst Friedrich Ludwig zunächst ein neues Blockhaus mit 8 Zimmern für die Jäger und Stallbediener nebst einer neuen „Kuchel" und einen Pferdstall, und nachher, 1737 bis 1741, ein ganz neues, ziemlich weitschichtiges Jagdhaus neben dem alten erbauen. Die Kosten hierfür beliefen sich auf 6946 Florinen.
Im Jahre 1804 vom Fürsten Hermann Friedrich Otto von Hohenzollern-Hechingen gegründet und nach seinem Namen genannt, war Hermannsdorf mit seinen etwa 80 Einwohnern die jüngste, aber auch menschen- und landärmste, sowie höchstgelegenste Gemeinde Hohenzollerns.
Aus Gründen der besseren Bewirtschaftung hatte der damalige Hofrat Ziegler dem Fürsten vorgeschlagen, den Hof der Wildhütten bei der heute so genannten Küche und den Hermannshof aufzuteilen und als kleine Güter gegen ein jährliches Lehensgeld und ewige  Fruchtabgabe (Gült) auszuleihen. Da die Pachtzeit noch nicht abgelaufen war mussten die Pächter abgefunden werden. Aus den beiden Höfen wurden nun 20 Erblehen geschaffen von je 36 Jauchert ( 33,68 ar) Ackerland, das z.T. erst anbaufähig gemacht werden musste, 8 Jauchert Wiesen und ein Jauchert Krautland. Auf ein Ausschreiben meldeten sich 70 Bewerber, von denen 20 Siedler ausgewählt wurden. Es waren Württemberger evangelischer Kofession aus dem Hohenlohischen, den Oberämtern Kirchheim u.T. und Göppingen.
Die Verhandlungen zwischen dem Fürsten und den Siedlern fanden am 04.+05. September 1804 in Burladingen statt.
Auf den Höfen bei der Wildhütten siedelten Braun, Kümmerle und je zwei Familien
Klein und Stiefel. Diesen überließ der Fürst die große Scheuer mit Stall und die kleinen Ställe für 650 Gulden, das Kavaliershaus samt Keller und Vorkeller und das zusammengefallene Gülthaus für 240 Gulden, dazu noch den alten Reitstall und das Schäferhäusle.
1811 wurde das fürstliche Jagdhaus mit Kapelle abgebrochen und das Material versteigert.
Das Tabernakel befindet sich noch heute in der Franz-Xafer Kapelle (1850) in Freudenweiler (Hohenzollern)
Das Täfert in der Sakristei der St.Mauritius Pfarrkirche (1860) in Neufra (Hohenzollern)




1/2 Kreutzer gefunden auf dem Grundstück 1971
1/2 Kreutzer-Münze


1955
gefunden bei Grabarbeiten
auf dem Grundstück
Hof Küche 4   Albert Maute